Urwaldartige Buchenwälder, ausgedehnte Kiefernheiden, tausende Seen und unwegsame Moore charakterisieren die Mecklenburgische Seenplatte. Kranich, See- und Fischadler erreichen hier Ihre höchste Brutdichte in Deutschland.
Daneben kommen echte Seltenheiten wie Schreiadler, Zwergschnäpper oder Rohrdommel vor. Weite Areale der Seenplatte sind heute als Natur- und Nationalparke geschützt.
Unsere Basis – ein typisch mecklenburgisches Gutshaus, am Rande des Müritz-Nationalparks – markiert den Übergang extensiv bewirtschafteter Kultur- und sich entwickelnder Naturlandschaft. Artenreiche Lebensräume, wie sie nur noch selten in Deutschland zu finden sind.
1. Tag
Ankunft und Abendexkursion
Im Laufe des Tages erwarten wir Sie im Gutshaus Federow, unmittelbar am Müritz-Nationalpark. Das sehr ruhig, an einem See gelegene Haus, hat sehr großzügige Zimmer und eine freundliche Bedienung. In der Nähe brüten mehrere Fischadlerpaare, die den See zur Nahrungsaufnahme nutzen. Zu hören sind Drosselrohrsänger, Gartenrotschwanz und Trauerfliegenschnäpper.
Nachdem Sie Ihre Zimmer bezogen haben, werden wir beim gemeinsamen Abendessen die Touren der nächsten Tage besprechen. Anschließend unternehmen wir eine Abendwanderung in die unmittelbare Umgebung.
2. Tag
Wasservögel und Wacholderheide
Unsere erste, sehr frühe Exkursion führt uns zunächst entlang aufgelassener Ackerbrachen, wo Grauammern, Rotrückenwürger und Heidelerchen vorkommen. Später gelangen wir zum Warnker See, wo ständig Seeadler und Fischadler unterwegs sind. Unter den verschiedenen Entenarten die hier vorkommen, gehört auch die Kolbenente. Der Pirol ist in den angrenzenden Bruchwäldern ein unüberhörbarer Sänger.
Gegen Mittag gelangen wir zum „Alten Müritzhof”, dem Geburtsort des Naturschutzes in Ostdeutschland. Exklusiv haben wir hier die Möglichkeit, die größte Wacholderheide in Mecklenburg kennen zu lernen. Garantiert sind hier neben zahlreichen Vogelarten, auch etliche botanische Seltenheiten wie das Fettkraut und verschiedene Orchideenarten zu entdecken.
3. Tag
Rohrsänger und Spechte am Ostufer der Müritz
Auf dieser Radtour durchfahren wir das riesige Sumpfgebiet am Ostufer der Müritz und lernen seine reichhaltige Naturausstattung kennen. Die Gesänge von Teich-, Schilf-, Drossel- und Sumpfrohrsänger sind in der Stille der Moorlandschaft ebenso zu hören, wie die Rufe des Kranichs und der Rohrdommel. An den Boeker Fischteichen widmen wir uns wieder ganz den Greifvögeln. Neben Fisch- und Seeadler sind auch Rohrweihe, Rot- und Schwarzmilan zu beobachten. Der Fischadler brütet etwa mit 18 Paaren im Nationalpark – überwiegend auf Hochspannungsmasten. Der Seeadler ist mit 10 Paaren vertreten. Daneben kommen Rohrweihe, Mäuse- und Wespenbussard, Habicht und Sperber vor.
Sehr imposant sind die vielhundertjährigen Eichen, Linden und Kiefern in in der weitläufigen Parkanlage des Dörfchens Speck, wo alle fünf, in Mecklenburg heimischen Spechtarten vorkommen.
4. Tag
Renaturierungprojekt Stuersche Seen und Naturschutzgebiet Halbinsel „Großer Schwerin“
Das Stuersche und das Rogeezer Seebecken wurden schon vor Jahrzehnten entwässert. Mit der Umsetzung eines ehrgeizigen Renaturierungsprojektes regenerieren sich Seen und angrenzende Moore wieder. Die ausgedehnten Schilfzonen beherbergen u.a. vier Taucherarten, zahlreiche Entenarten, wie Löffel-, Tafel-, Schnatter- und Knäckente. Die Beobachtungsmöglichkeiten sind außerordentlich gut. Auf den abgestorbenen Bäumen siedelt eine Kormorankolonie. Insgesamt wurden 73 Brutvogelarten registriert. Im Umfeld dieses einzigartigen Gebietes ist außerdem der Ortolan, Wachtel und Wiesenpieper anzutreffen.
Am späten Nachmittag werden wir den Großen Schwerin kennen lernen. Die weit in die Müritz hineinragende Halbinsel ist von außerordentlicher ornithologischer und botanischer Bedeutung. Im Juni sind noch immer nahrungsuchende Limikolen (Alpenstrandläufer, Kampfläufer) und hunderte Graugänse zu beobachten. Außerdem ist das Gebiet von einem Blütenmeer aus tausenden Orchideen (Steifblättriges und Breitblättriges Knabenkraut) überzogen. Mit Rainer Schwarz führt uns ein langjähriger Betreuer des, für die Öffentlichkeit nicht zugänglichen Naturschutzgebietes.
5. Tag
Kanutour auf der “Alten Fahrt” und Schiffstour über die Müritz
Eine Kanutour auf den naturbelassenen Seen des Nationalparks ist ein unbedingtes Muss. Zunächst fahren wir mit dem Nationalparkbus quer durch den Nationalpark. Später steigen wir in bequeme Mannschaftskanadiern um und fahren durch die „Alte Fahrt” – eine besonders urwüchsige Wasserlandschaft der Mecklenburgischen Seenplatte. Neben Eisvögeln brüten hier Bart- und Beutelmeise. Auch Drosselrohrsänger, Flußseeschwalben und Rohrdommeln brüten in den unverbauten, verschilften Ufern.
Nach einem Besuch der umliegenden Fischteiche, fahren wir mit dem Schiff über das “Kleine Meer”, die Müritz zurück nach Waren.
6. Tag
Naturpark Feldberger Seenlandschaft und Buchenurwald Serrahn
Dieser letzte Tag hält noch einige Überraschungen für Sie bereit. Zunächst geht es zu den Schreiadlern im Naturpark Feldberger Seenlandschaft. In den Jahren zuvor konnten wir hier auch regelmäßig Raubwürger mit Jungvögeln beobachten.
Anschließend geht es in den Serrahner Buchen-Urwald. Große Teile des Areals wurden unter dem Großherzog – mit eingeschränkter Forstnutzung – vordergründig für die Jagd genutzt. Seit 50 Jahren besitzt das Gebiet den Status eines Naturschutzgebietes und unterliegt seither keiner weiteren Nutzung mehr. Nach der Wende wurde es 1990 in den Müritz-Nationalpark integriert und auf 7000 ha erweitert.
Die urwaldartige Strukturen waren Hintergrund für zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen auf dem Gebiet der Fauna und Flora. Bekannt wurde Serrahn durch die von 1970-1980 stattfindende Vogelfangaktion „Aktion Baltik”. Zu den Vogelarten, die wir hier erwarten, zählt u.a. der Zwergschnäpper und die Hohltaube.
Entlang eines Moorsteges lernen wir das gesamte Spektrum nährstoffarmer Vegetation kennen. Hier wächst neben Fieberklee und Wasserfeder auch der rundblättrige Sonnentau.
7. Tag
Abreisetag
Frühexkursion, gemeinsames Frühstücken und Heimreise in eigener Regie.
Leistungen
- Fachliche u. organisat. Begleitung durch einen ortskundigen Vegetationskundler bzw. Ornithologen
- 6 Übernachtungen im DZ in einem Mittelklassehotel (Gutshaus)
- Frühstück und Halbpension
- Fahrt mit dem Nationalparkbus
- Im Programm genannte weitere Busfahrten
- Extraführung in die Wacholderheide am Ostufer der Müritz und in das Naturschutzgebiet „Großer Schwerin“
- Kanumiete
- Fahrradmiete
- Reisepreissicherungsschein
Zeiten
11. – 17. Juni 2010
Preise
722,-€/Person im Doppelzimmer
812,-€/Person im Einzelzimmer