Die Pflanzen- und Tierwelt Estlands ist in ihrer Vielgestaltigkeit europaweit einzigartig. Riesige Regenmoore, taigaartige Wälder und traditionell extensiv genutzte Offenlandschaften, liegen dicht nebeneinander. Stark mäandrierende Flüsse durchziehen das Land. An den unberührten Küsten erstrecken sich orchideenreiche Strandwiesen und Wacholderheiden. Vor der Küste liegt ein Archipel aus hunderten, vielfach unbewohnten Inseln.
Die Reisezeit ist so gewählt, dass wir den Vogelzug (Seetaucher, Meeresenten, Limikolen), der im Baltikum noch im Gange ist, noch miterleben können. Die sonst im Jahresverlauf sehr unscheinbaren Arten (Rauhfußhühner, Spechte und Eulen) stehen ebenso auf dem Programm, wie die Arten mit östlichem Verbreitungsschwerpunkt (Karmingimpel, Sperbergrasmücke, Schreiadler und Zitronenstelze).
Die botanisch Interessierten kommen ebenfalls nicht zu kurz, denn nicht nur Frühblüher wie Kuhschellen, Leberblümchen oder Anemonen blühen in verschwenderischer Pracht, sondern auch die ersten Orchideen.
12. Mai
Ankunft in Riga – Lettlands Hauptstadt
Bereits in Berlin treffen wir unseren Reiseleiter – Andreas Weber. Gemeinsam fliegen wir zunächst nach Riga, Lettlands Hauptstadt. Dort wartet ein Reisebus, der uns entlang der alten „Via Baltica“, über die lettisch-estnische Grenze zum Hotel Lepanina bringt. Das traumhaft an der Rigaer Bucht gelegene Hotel, ist bestens für die Seevogelbeobachtung geeignet. So lassen sich Eis- und Samtenten oder Prachttaucher – manchmal sogar in großen Trupps leicht vom Hotelzimmer aus betrachten. Nach dem Abendessen unternehmen wir eine Abendexkursion. Am Strand sind Alpenstrandläufer und Singschwäne zu sehen, im Hinterland Sprosser und Schlagschwirl zu hören. Waldschnepfen ziehen ihre Bahnen.
13. Mai
Goldregenpfeifer und Schreiadler im Regenmoor
Eine Tagesexkursion führt uns in den Nationalpark Nigula Moor, wo wir Bruchwasserläufer, Goldregenpfeifer und Raubwürger in ihren Brutgebieten beobachten wollen. Beeindruckende Urwälder mit gigantischen Baumriesen, viel Totholz und üppige Bodenvegetation finden sich im Zentrum des Regenmoores. Hier sind Zwergschnäpper und Weissrückenspecht zu Hause.
Eingerahmt wird das Moor durch eine traumhafte Kulturlandschaft, in der die Dächer der einsamen Höfe noch Storchennester tragen und wo Wendehals, Braunkehlchen und Schreiadler nicht selten sind.
Eine Nachtexkursion führt uns in die „Western Taiga“. Hier gilt unser Interesse vor allem den Eulen (Sperlings,- Raufuß- und Habichtskauz), die wir in der „baltischen Stille“ ebenso hören wollen, wie den Ziegenmelker und die Waldschnepfe.
14. Mai
Western Taiga und Strandwiesen
In der „Western Taiga“ interessieren uns vor allem Waldvögel. Inmitten zweier gewaltiger Hochmoore stehen alte Fichten- und Kiefernwälder, in denen Wölfe und Auerhühner vorkommen. Auch wenn die Beobachtung nicht jedes Jahr klappt, so sind Spuren beider Tierarten deutlich sichtbar. Sehr spannend sind die Wiesenlandschaften und Küstenüberflutungsmoore an der Rigaer Bucht. Hier konnten wir bisher jedes Jahr Zitronenstelze, Blaukehlchen und balzende Große Brachvögel beobachten. Die Wattflächen sind immer gut für Sumpfläufer und Odinshühnchen, ganz sicher aber für Dunkle Wasserläufer und Rotschenkel. In den nahegelegenen Fischteichen sind Rohrdommel, Bartmeise und Weissflügelseeschwalbe zu finden.
15. Mai
Nationalpark Matsalu und Lagunenstadt Haapsalu
Auf dem Weg in den Nordwesten Estlands halten wir im vielgestaltigen Tuhumoor, wo Bekassinen balzen und der Steinadler jagt. Am Nachmittag sind wir im Matsalu-Nationalpark, in dessen Zentrum das riesige Delta des Kasari-Flusses liegt. Von verschiedenen Beobachtungstürmen haben wir Einblick in das unzugängliche Gebiet, in dem Elche selbst am Tage sichtbar sind. Neben Karmingimpel und Wiesenweihe, werden wir auch wieder Schreiadler sehen. In den Grenzen des Nationalparks liegt die Ruine des imposanten Herrenhauses von Vaike Roude. Im herrlich verwilderten Park kommen Weissrückenspecht, Sperlingskauz und Rotdrossel vor. In manchen Jahren konnten wir hier klassische „Ostarten“ wie Grünlaubsänger und Buschrohrsänger feststellen. Am Abend gelangen wir nach Haapsalu, einem ehemaligen Kurort russischer Zaren und des Komponisten Peter Tschaikowski. Unser Hotel liegt unmittelbar an der Lagune, mit tollen Beobachtungsmöglichkeiten für Küstenseeschwalben, Hauben- und Ohrentauchern. Besonders für Fotografen ergeben sich tolle Motive, da die Ohrentaucher nur wenig Scheu zeigen.
16. Mai
Maritimer Tag auf Hiiumaa
Ein Besuch der zweitgrößten Ostseeinsel Estlands ist ein besonderes maritimes Erlebnis. Auf der 90-minütigen Überfahrt wollen wir nicht nur frühstücken, sondern auch Seevögel beobachten. Während Schmarotzerraubmöwen rasant neben dem Schiff jagen, fliegen Meeresenten (Eis- und Trauerenten) sehr flach über das Wasser. Hiumaa (schwedisch Dagö) ist nur an den Küsten spärlich besiedelt. Im Inselinneren finden sich ausgedehnte Wälder und Moore. Unser Ziel ist die Kasaribucht, wo wir im Flachwasser nach verschiedenen Limikolenarten (Kiebitzregenpfeifer, Zwerg- und Temminckstrandläufer) und der Raubseeschwalbe Ausschau halten! Mit etwas Glück sehen wir auch Kegel- oder Ringelrobben.
Am Abend kehren wir zum Festland zurück!
17. Mai
Birkhahnbalz
Sehr früh aufstehen heißt es an diesem Tag. Dafür erwartet uns mit der Birkhahnbalz ein Naturschauspiel, das es so in Deutschland nicht mehr gibt. Dabei beeindruckt nicht nur das Spiel und die Anzahl der anwesenden Hähne, sondern die einmalige Artenkombination aus Schlagschwirl, Wiesenweihe, Steinadler und Wachtelkönig. Am späten Vormittag kehren wir zum Hotel zurück! Nach einer kurzen Pause und einem zweiten Frühstück, besichtigen wir die imposante Bischofsburg der Stadt. Anschließend geht es auf die Halbinsel Noarotsi zu unserer nächsten Unterkunft nach Roosta. Die schwedischen Ferienhäuser liegen eingebettet in einen Dünenkiefernwald, nur unweit der Ostsee. Pausenlos singen Gartenrotschwanz und Zeisige. Sogar Kiefernkreuzschnäbel zeigen sich! Am Nachmittag unternehmen wir eine Wanderung durch die Dünen und am Strand entlang!
18. Mai
Noarotsi, Gut Lykholm und Seetaucher am Kap
Tagsüber beobachten wir im Naturschutzgebiet Silma. An den flachen Seen kommen Rothalstaucher und Zwergmöwen vor. In den riesigen Schilfwäldern sind Rohrdommel, Beutelmeise und verschiedene Rohrsängerarten zu hören und zu sehen. Baumfalken jagen hier nach Libellen.
Ein Besuch auf Gut Lykholm zeigt uns die untergegangene Welt der Deutschbalten. Hier werden wir auch Mittagessen.
Am Abend besuchen wir das Kap Pöösaspea an der Ostsee – einem idealen Ort um nordische Taucher (Stern- und Prachttaucher), Meeresenten (Eis-, Samt und Trauerenten und ziehende Kleinvögel (Thunberg-Schafstelzen, Strandpieper) zu beobachten.
19. Mai
Brachpieper und Fischadler im Leidissoo-Moor
Am Morgen kehren wir erneut zurück zum Kap, da sich das Artenspektrum oft innerhalb eines kurzen Zeitraumes stark ändern kann. Durch seine exponierte Lage ist hier mit durchziehenden, hocharktischen Arten zu rechnen.
Tagsüber sind wir im Növa Naturschutzgebiet, wo uns die Beobachtung von Fisch- und Schlangenadler gelingen sollte. Auf dem Tanajärv brüten Singschwäne! Längere Zeit wollen wir uns auf den riesigen Waldbrandflächen und offenen Dünen aufhalten, um Brachpieper und Flussregenpfeifer zu suchen!
Den späten Abend widmen wir wieder den Eulen! Sperlingskauz und Habichtskauz, aber auch Ziegermelker wollen wir hören.
20. Mai
Tallinn – Estlands Hauptstadt
Am Vormittag fahren wir nach Tallinn, Estlands Hauptstadt. Hier haben wir noch genügend Zeit, um uns die historische Altstadt, mit ihrem mittelalterlichen Flair anzusehen. Am Nachmittag geht es zum Flughafen und anschließend nach Berlin zurück.
Leistungen
- 9 Tage mit 8 Übernachtungen in Doppelzimmern in Mittelklassehotels und hochwertigen Ferienhäusern
- Flug Berlin – Riga
- Flug Tallinn – Berlin
- Halbpension: Frühstück, Abendessen
- Estnische Reiseleitung und Spezialisten
- Begleitung durch einen Mitarbeiter von NationalparkTours mit ornithologischen und botanischen Kenntnissen.
- Alle Transferfahrten vor Ort
- Fährtickets zur Insel Hiiumaa
Zeiten
12. – 20. Mai 2012
Preise
1890,- Euro/Person im Doppelzimmer
2040,- Euro/Person im Einzelzimmer